Der Hexenhammer

von Jakob Sprenger und Heinrich Institoris

An der Schwelle zur Neuzeit erschien in Deutschland jenes Buch, das als erfolgreichstes "Handbuch der Hexenjäger" traurige Berühmtheit erlangte : der `Malleus maleficarum` zu deutsch `Der Hexenhammer` als Erstdruck im Jahre 1487. Dieses Kompendium über und gegen das Hexenwesen wurde von den beiden dominikanischen Inquisitoren Heinrich Institoris und Jakob Sprenger herausgegeben, die ausdrücklich die Traditionsgebundenheit der Darstellung betonen und lediglich das Umfassende und Systematische dieses Werks als Eigenleistung beanspruchen.

In drei Teile gegliedert, wird zunächst dargelegt, daß schon die Leugnung des Hexenglaubens als verwerfliche Ketzerei verurteilt werden muß. Im Anschluß an diese These beweisen die Verfasser unter Berufung auf eine Unzahl kirchlicher Autoritäten die Mitwirkung des Teufels bei allen Hexereien, wobei die naturgegebene Anfälligkeit der Frauen hervorgehoben wird. Im zweiten Teil spezifizieren die Herausgeber die Untaten der Hexen. Unter dem strengen Gewand des wissenschaftlichen Beweises enthüllen sie ihre eigene inquisitorische Praxis die bereits 48 Frauen an den Hexenpfahl brachte. Der dritte Teil ist als praktische Anleitung für die weltlichen und geistlichen Hexenjäger konzipiert und betont die "Vorteile" des Inquisitionsprozesses, der weder ein Anklageverfahren noch eine Verteidigung des Verdächtigen erfordert.

Es war, wie die fanatischen Verfasser erkannt hatten, der Handbuchcharakter des "Hexenhammers", der seine unheilvolle Wirkung zeitigte : Zweieinhalb Jahrhunderte loderten in Deutschland die Scheiterhaufen, war jede Kritik an den Hexenverfolgungen selbstmörderisch. Mit der Wiederauflage der ersten deutschen Übersetzung von J.W.R. Schmidt soll ein historisches Dokument zugänglich gemacht werden, das dem Benutzer immerwährende Warnung vor Inhumanität sein muß.

 

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